Frage aus der Kategorie: Allgemeine Fragen zur TNF-alpha-Therapie bei rheumatischen Erkrankungen
Wichtig ist bei einer frühen rheumatoiden Arthritis zunächst der Beginn einer Basistherapie überhaupt. Es gibt Hinweise darauf, daß gerade bei einer frühen rheumatoiden Arthritis auch Resochin eine wirksame und remissionsinduzierende Therapie sein kann. Deshalb ist die Strategie, überhaupt mit einer langwirksamen antirheumatischen Therapie zu beginnen, besser, als zunächst nur abzuwarten. Wichtig ist allerdings, dann in kurzen Abständen den Verlauf zu kontrollieren und zu überprüfen, ob die eingeschlagene Strategie zum Erfolg führt. Wenn dies innerhalb von ca. 3 Monaten nicht der Fall ist und/oder schon vorher unter der laufenden Therapie eine zunehmende Krankheitsaktivität zu beobachten ist, muß die Behandlung eskaliert und auf eine stärker wirksame Behandlung umgestellt bzw. erweitert werden. Persönlich verfolge ich die Strategie, bei einem individuellen Patienten auf der Basis der verfügbaren Methoden (klinische Krankheitsaktivität, Labor, Funktionskapazität, Röntgen) das Risiko der Erkrankung abzuschätzen und danach die Aggressivität der Behandlung auszurichten. Patienten mit einem voraussichtlich hohen Risiko für eine Chronifizierung der Erkrankung und einem hohen Risiko für einen erosiven Verlauf, d.h. eine entzündliche Gelenkzerstörung, bekommen gleich zu Anfang Methotrexat, in Einzelfällen sogar gleich von Anfang an eine Kombination unter Einschluß von Methotrexat, andere Patienten mit einer günstiger erscheinenden Prognose zunächst aber durchaus auch ein Antimalariamittel wie Chloroquin (Resochin) oder Hydroxychloroquin (Quensyl).