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Risiko einer Magen- und Darmspiegelung unter Enbrel

Frage aus der Kategorie: Fragen zu Etanercept (Enbrel)
Eine Frage von Brigitte:

Ich bin 67 Jahre alt. Seit 6 Jahren nehme ich die verschiedenen Basis-Rheuma-Präparate. Die letzten ca. 2 Jahre Enbrel. Jeweils zusammen mit mehr oder weniger hohen Dosen Kortison. Die Wirkung von Enbrel (200 mg/Monat, seit Oktober 2004 175 mg/Monat) ist, bis auf eine gewisse Müdigkeit/Energiemangel, von Anfang an sehr effektiv, und ich habe außerdem nur noch einen schwachen Schub pro Jahr, was aber stets eine Kortisonerhöhung mit sehr langsamen Ausschleichen erforderlich macht. Z.Z. nehme ich 3 mg Prednisolon; in den Jahresdurchschnitten seit 1997 von ca. 15 - 5 mg/Tag.

 

Jetzt wurde bei mir ein ausgeprägter Eisenmangel festgestellt, der sich langsam über ein Jahr etablierte. Die Behandlung erfolgt z.Z. mit Ferro Sanol duodenol. Lt. meines behandelnden Rheumatologen sind jetzt Magen- und Darm-Spiegelungen erforderlich.

 

Da das Risiko immer beim Patienten liegt, habe ich die folgenden Fragen:

 

1. Besteht hier ein erhöhtes Risiko der Darmperforation im Hinblick auf die achtjährige Kortisoneinnahme ohne Unterbrechung?

 

2. Sollte hier ein anderes Diagnoseverfahren wie z.B. CT oder MRT angewendet werden?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 04.11.2004:

Vielen Dank für Ihre Anfrage!

Zu Ihren Fragen:

  1. Durch eine auch längerjährige Einnahme von Cortison erhöht sich das Risiko bei einer Magen- oder Darmspiegelung nicht.
  2. Durch Enbrel sollte es ebenfalls nicht zu einem erhöhten Risiko bei den geplanten, insgesamt nicht sonderlich gefährlichen diagnostischen Verfahren kommen.
    3. Alternativen zu diesen Untersuchungen gibt es bei der anstehenden Frage, nämlich Blutverlust über den Magen-Darmtrakt, nicht. Weder CT noch MRT können ausreichend sicher die u.U. kleinen, oberflächlichen Schleimhautveränderungen / Schleimhautdefekte oder selbst größere Geschwüre im Magen-Darmtrakt erkennen, die möglicherweise für den Blutverlust und den daraus resultierenden Eisenmangel veranwortlich sind.

Mit besten Grüßen
Ihr

Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer



 
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