Frage aus der Kategorie: Allgemeine Fragen zur TNF-alpha-Therapie bei rheumatischen Erkrankungen
Wie Sie wissen, können, wollen und dürfen wir online keine individuellen Empfehlungen zu Diagnose und Therapie geben.
Wir können aber auf Ihre Fragen allgemein folgende Antworten geben:
- Kann es sein, dass Sulfasalazin (Azulfidine RA) bei mir noch nicht oder nicht ausreichend wirkt (ich nehme es jetzt seit 10 Wochen)? Alternativen?
Bei Sulfasalazin beginnt die Wirkung in der Regel nach etwa 6-8 Wochen. Nach 10 Wochen sollte sich zumindest eine Wirkung andeuten. Wenn zusätzlich zu einer laufenden Sulfasalazin-Therapie nach einer Therapiedauer von 10 Wochen immer noch eine hohe Krankheitsaktivität vorhanden ist, was sich u.a. auch an einem hohen Steroidbedarf äußern kann (Cortisondosis), kann man im allgemeinen davon ausgehen, daß diese Substanz im entsprechenden Fall nicht oder nicht ausreichend wirkt und es nach aller Wahrscheinlichkeit auch im weiteren Verlauf nicht dazu kommen wird, daß sich hier noch ganz dramatische Verbesserungen ergeben. Perspektivisch sollte in so einem Fall ziemlich bald eine Alternative ins Auge gefasst werden (s.u.).
- sollte ich vielleicht ein anderes NSAR ausprobieren, um die Fußschmerzen in den Griff zu bekommen? Welches?
Der Versuch mit einem anderen cortisonfreien Entzündungshemmer empfiehlt sich, nicht zuletzt auch deshalb, damit bei der Frage nach dem Einsatz von TNF-alpha-Blockern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind (siehe dazu den ausführlichen Beitrag im TNF-Ticker vom 27. September 2003: Internationale Leitlinien für den Einsatz von TNF-alpha-Blockern bei M. Bechterew)
- Sollte ich Cortison weiter ausschleichen, oder noch mal wegen der Schmerzen erhöhen? Ist es richtig, dass ich die Cortisondosis auf zwei Portionen verteile?
Dazu kann und darf man aus der Ferne nichts sagen. Allgemein ist es sinnvoll, die Cortisondosis in Absprache mit dem behandelnden Arzt zu erhöhen, wenn unter der Reduktion der Cortisondosis die Krankheitsaktivität wieder zugenommen hat. Allerdings ist eine hohe Cortisondosis auf Dauer nicht akzeptabel, da es jenseits einer Dosis von etwa 5 mg Prednisolon-Äquivalent bei längerer Therapiedauer (d.h. länger als etwa 3 Monate, bei manchen Patienten auch schon sehr viel früher) auf jeden Fall zu Cortison-Nebenwirkungen kommt. Wenn die Schmerzen am schlimmsten in der Nacht sind, macht im Prinzip eine Aufteilung der Dosis auf eine morgendliche und eine abendliche Dosis Sinn. Dies erhöht aber gleichzeitig auch das Risiko für Cortison-Nebenwirkungen (siehe dazu meinen Beitrag in rheuma-online: Was ist eigentlich... eine an den körpereigenen Rhythmus angepaßte Cortison-Therapie? (http://rheuma-online.de/wasisteigentlich/9.html).
- Was kann ich gegen die Schmerzen am Schulterblatt tun?
Muß man zu wissen, woher sie kommen. Ist allgemein nicht zu beantworten.
- Könnte es sein, dass die Kieferbeschwerden auch durch M.Bechterew ausgelöst wurden?
Ja. M. Bechterew geht typischerweise auch mit einer Kiefergelenksbeteiligung einher.
- Ist bei mir eine Behandlung mit den neuen biologischen Medikamenten sinnvoll und möglich?
Wenn eine ankylosierende Spondylitis (M. Bechterew) unter einer Behandlung mit konventionellen Medikamenten nicht ausreichend kontrolliert werden kann, ist eine Therapie mit den modernen biologischen Substanzen dringend und zwingend notwendig, damit die sonst zu erwartenden Folgen und Folgeschäden verhindert werden, ganz unabhängig davon, daß die Therapie mit TNF-alpha-Blockern vermutlich nicht nur im Hinblick auf die Langzeitprognose der Erkrankung von ganz erheblicher Bedeutung ist, sondern auch im Hinblick darauf, daß bei einem Teil der Patienten auch in der Akutphase auf eine andere Weise eine ausreichende Krankheitskontrolle und Symptomkontrolle nicht oder nur unzureichend möglich ist.