Krankheitsursache  
 
 

Die Ursache der chronischen Polyarthritis ist unbekannt. Man vermutet eine ererbte Veranlagung (genetische Prädisposition), die in Verbindung mit einer Reihe von äußeren Faktoren zu einer Fehlregulation des Immunsystems und einer sogenannten Autoimmunreaktion führt. Dabei richtet sich das Immunsystem fälschlicherweise gegen den eigenen Körper und setzt entzündliche Prozesse in den betroffenen Gelenken und anderen Organsystemen in Gang.

Wesentliche Fortschritte sind in den letzten Jahren allerdings bei der Erforschung der weiteren Krankheitsentstehung (Pathogenese) gemacht worden. So kennt man heute eine ganze Reihe von Schlüsselereignissen, die zur Ausbreitung und zur Chronifizierung der Erkrankung führen. Dabei wurde in den letzten Jahren insbesondere die zentrale Bedeutung der sogenannten Zytokine aufgeklärt.

Zytokine sind körpereigene Substanzen, die beim Zusammenspiel der unterschiedlichen Körperfunktionen für den Informationsaustausch zwischen den beteiligten Zellen und Zellsystemen sorgen. Innerhalb des Immunsystems spielen sie eine Rolle bei der Steuerung der körpereigenen Abwehr. Einfach ausgedrückt, haben die Zytokine im Immunsystem als eine Art Botenstoffe die Aufgabe, die Informationen von einer Zelle des Immunsystems an eine andere Zelle des Immunsystems übermitteln.

Rolle von TNF-alpha (Klicken zum Vergrößern der Grafik)

Bei der chronischen Polyarthritis spielen vor allem die Zytokine TNF-alpha und Interleukin-1 (IL-1) eine zentrale Rolle bei der Auslösung und bei der Verstärkung der chronischen Entzündungsreaktion.

Diese Erkenntnisse haben bereits Eingang in die Therapie gefunden und ermöglichen erstmals eine zielgerichtete Behandlung der Erkrankung.

So ist es durch moderne Methoden, insbesondere durch die Fortschritte in der Molekularbiologie und Gentechnologie, gelungen, Medikamente herzustellen, die in diesen Prozess eingreifen und die krankheitsauslösende und krankheitsverstärkende Wirkung von TNF-alpha und Interleukin-1 blockieren.

 
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