Manifestationen der Psoriasis-Spondarthritis  
 
 

Bei der Psoriasis-Spondarthritis steht die entzündliche Beteiligung der Wirbelsäule, d.h. der Wirbelkörper ("Spondylitis") und der kleinen Wirbelgelenke ("Spondylarthritis") sowie der Kreuz-Darmbeingelenke (Sakroiliakalgelenke, "Sakroileitis") im Vordergrund.

Da die Psoriasis-Spondarthritis in die Krankheitsgruppe der entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen ("seronegative Spondarthritiden", "Spondylarthropathien") fällt, findet man auch bei dieser Erkrankung die charakteristischen Manifestationen dieser Krankheitsbilder (Abb. 9).

Abb. 9: Charakteristische Manifestationsformen bei seronegativen Spondarthritiden

Dazu gehört bei der Psoriasis-Arthritis speziell die bereits angesprochene Enthesiopathie, d.h. eine entzündliche Mitbeteiligung von Sehnenansätzen und von straffen Bandverbindungen.

Typische enthesiopathische Manifestationen einer Psoriasisarthritis sind Achillessehnen-Entzündungen (Abb. 10), die ohne nachvollziehbaren äußeren Anlaß auftreten, häufig sehr hartnäckig andauern und oft therapeutisch nur extrem zögerlich oder überhaupt nicht auf die üblichen Behandlungsmaßnahmen ansprechen, außerdem Fersenschmerzen, mit oder ohne Entwicklung eines Fersensporns, weiterhin Schmerzen entlang der Bandverbindungen am Brustbein und der Rippenknorpel, speziell auch am Rippenbogen.

Abb. 10: Achillessehnen-Entzündung (Achillotenosynovitis) mit begleitender Schleimbeutel-Entzündung (Achillobursitis)

Die Schmerzen am Brustbein, hinter dem Brustbein und im Brustkorb sind typischerweise atemabhängig, verstärken sich bei tiefem Einatmen und zwingen häufig zu einer ganz flachen Atmung. Viele Patienten schildern diese Schmerzen "wie tausend Nadelstiche".

Da sie von ihrer Charakteristik einer Rippenfellentzündung, selbst einer Herzbeutelentzündung ähneln, werden sie oft damit verwechselt. Wegen der z.T. starken Schmerzen und des sich dann entwickelnden Angstgefühls denken die Patienten nicht selten auch an einen drohenden Herzinfarkt.

Ein charakteristischer Befund einer Spondarthritis und speziell auch der Psoriasis-Spondarthritis ist die ebenfalls oben bereits genannte entzündliche Beteiligung der Gelenke zwischen Brustbein und Schlüsselbein ("Sternoclaviculargelenke", "SC-Gelenke", d.h. eine Sternoclaviculargelenks-Arthritis). Oft findet sich auch eine Arthritis der Gelenke zwischen dem Brustbein und den Rippen (Sternocostalgelenke, Sternocostalgelenks-Arthritis).

Die Psoriasis-Spondarthritis kann neben den Manifestationen im Bereich des sogenannten Achsenskeletts auch mit einer Gelenkbeteiligung einhergehen. Dabei sind bevorzugt große, stammnahe Gelenke betroffen (Hüftgelenke (Abb.11), Schultergelenke), daneben in erster Linie große Gelenke der unteren Körperhälfte (insbesondere die Kniegelenke). Genauso ist aber auch eine periphere Gelenkbeteiligung möglich, wobei oft die Füße eher und stärker betroffen sind als die Hände.

Abb. 11: Psoriasis-Arthritis mit Beteiligung von stammnahen Gelenken, hier mit einer beidseitigen Hüftgelenksbeteiligung (Coxitis) und einer nachfolgenden beidseitigen schweren Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose). Charakteristisch für die postarthritische Arthrose, d.h. die Arthrose in der Folge einer Entzündung ist die symmetrische Verschmälerung des Gelenkspalts, während die verschleißbedingte (degenerativ bedingte) Coxarthrose eine asymmetrische Verschmälerung des Gelenkspalts mit Betonung der gewichtstragenden Areale aufweist.

Oft gehen dabei die Rückenschmerzen der peripheren Gelenkbeteiligung Jahre oder Jahrzehnte voraus. Umgekehrt kann sich eine Psoriasis-Spondarthritis zunächst als eine periphere Mon- oder Oligoarthritis oder mit enthesiopathischen Beschwerden manifestieren und erst sehr viel später mit Rückenschmerzen, tiefsitzenden Kreuzschmerzen oder Nackenschmerzen die typischen Symptome einer Wirbelsäulenbeteiligung zeigen.

 

 
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