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In einer offenen Pilot-Studie aus Deutschland (Antoni et al. 2002) wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von Infliximab bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis untersucht, die auf eine konventionelle krankheitsmodifizierende Therapie nicht angesprochen hatten.
10 Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis wurden über einen Studienzeitraum von 54 Wochen mit Infliximab in einer Dosierung von 5 mg pro kg Körpergewicht behandelt. Die Infusionen wurden in den Wochen 0, 2, 6 und anschließend nach der 10. Woche in individuell unterschiedlichen Dosierungsintervallen verabreicht. Die konventionelle krankheitsmodifizierende Therapie wurde in unveränderter Dosis bis zur 10. Woche fortgesetzt und dann beendet.
Neben einer Beurteilung von Sicherheit und Wirksamkeit in den Wochen 2, 6, 10 und 54 wurden kernspintomographische Untersuchungen (MNR) zu Beginn der Studie (Woche 0) und in der 10. Woche durchgeführt, um auf diese Weise objektive Aussagen über das Ausmaß der Entzündung in den Gelenken zu gewinnen.
Bereits in der 2. Woche erreichten alle Patienten eine 20%-Verbesserung in den ACR-Kriterien (ACR20-Response), 8 Patienten erreichten eine ACR70-Ansprechrate in der 10. Woche, und bei 6 Patienten konnte die ACR70-Response bis zur 54. Woche aufrecht erhalten werden.
Bei den kernspintomographischen Untersuchungen in der 10. Woche zeigte sich eine Verringerung der entzündlichen Veränderungen um 82,5% gegenüber dem Ausgangswert. Der PASI-Score (Psoriasis Area and Severity Index) verbesserte sich bis zur 10. Woche um 71.3%.
Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.
In einer weiteren offenen Studie aus Italien (Salvarini et al. 2003) wurden 16 Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis mit Infliximab behandelt, die zuvor auf eine mindestens 6 Monate durchgeführte Therapie mit Methotrexat in stabiler Dosis nicht angesprochen hatten.
Die Infusionen mit Infliximab erfolgten in einer Dosis von 3 mg pro kg Körpergewicht in der Woche 0, 2, 6, 14, 22 und 30. Die Therapie mit Methotrexat wurde unverändert in der vorherigen Dosierung fortgesetzt.
Bereits in der 2.Woche zeigten sich signifikante Verbesserungen bei der Zahl der geschwollenen Gelenke, der druckschmerzhaften Gelenke, in der Schmerzskala und bei der globalen Beurteilung der Wirksamkeit jeweils durch Arzt und Patient, außerdem im HAQ-Funktionsindex (Health Assessment Questionnaire), im Dougados-Funktions-Index, bei der Blutsenkungsgeschwindigkeit und beim c-reaktiven Protein (CRP).
In der 30. Woche erreichten 64% der Patienten eine ACR20-Ansprechrate, 57% ACR50 und 57% ACR70.
3 Patienten hatten eine aktive axiale Beteiligung, d.h. eine Beteiligung des Achsenskeletts. Bei ihnen kam es ebenfalls bereits in der 2. Woche zu einer deutlichen klinischen Verbesserung, die sich in einem praktisch vollständigen Rückgang sowohl der Steifigkeit in der Wirbelsäule als auch der Schmerzen äußerte.
Der PASI-Score (Psoriasis Area Severity Index) verbesserte sich in der 2. Woche um 37% und um 86% in Woche 30.
Bei keinem Patienten musste die Therapie wegen unzureichender Wirksamkeit abgebrochen werden.
Nebenwirkungen wurden bei 4 der 16 Patienten beobachtet. Bei 2 dieser 4 Patienten musste die Therapie wegen schwerer allergischer Reaktionen abgebrochen werden.
In der IMPACT-Studie (Infliximab in Patients with Active Psoriatic Arthritis), der ersten großen placebo-kontrollierten Multicenter-Studie zur Therapie der aktiven Psoriasis-Arthritis mit Infliximab, wurden 102 Patienten über 16 Wochen entweder mit Infliximab oder mit Placebo behandelt (Antoni et al. 2002).
Die Infliximab-Infusionen erfolgten in Woche 0, 2, 6 und 14 in einer Dosierung von 5 mg pro kg Körpergewicht. Eine vorbestehende Therapie mit oder ohne DMARDs wurde unverändert fortgeführt. Als Ko-Medikation waren cortisonfreie Entzündungshemmer und Cortison bis zu einer Dosis von 10 mg Prednisolon-Äquivalent pro Tag in einer unveränderten, stabilen Dosierung erlaubt.
Nach 16 Wochen zeigte sich unter Infliximab bei 36 der 51 Patienten (70.6%) eine ACR20-Response gegenüber nur 9.8% unter Placebo (5/51 Patienten). 27/51 (52.9%) der Patienten unter Infliximab erreichten eine ACR50-Ansprechrate, ein Viertel ACR70 (13/51, 25.5%).
ACR50- bzw. ACR70-Werte wurden bei keinem Patienten aus der der Placebo-Gruppe erzielt. Die Hautmanifestationen besserten sich im PASI-Index unter Infliximab um 80.9%, dabei erreichten 70% der Patienten eine Verbesserung von mindestens 75%. Unter Placebo kam es dagegen zu einer Verschlechterung des Hautbefundes.
Nach Abschluß der placebo-kontrollierten Studienphase wurde die Studie in einem offenen Design fortgesetzt. Dabei erhielten die Patienten alle 8 Wochen eine Infliximab-Infusion in der oben angebenen Dosis. Eine Zwischenauswertung nach 50 Wochen (Antoni et al. 2003) ergab eine anhaltende, praktisch unveränderte Wirksamkeit (ACR20: 69%, ACR 50: 49%, ACR70: 29%).
Über den Beobachtungszeitraum von 50 Wochen wurden keine opportunistischen Infektionen beobachtet. Bei opportunistischen Infektionen handelt es sich um Infektionen mit Erregern, die üblicherweise bei einem gesunden Menschen keine Krankheitszeichen hervorrufen und nur bei Patienten mit einer Immunschwäche zu manifesten Infektionen führen. Während der Extensionsphase der Studie traten im genannten Zeitraum von 50 Wochen ebenfalls keine Tuberkulosen auf.
Bei 2 Patienten musste die Therapie wegen Nebenwirkungen vorzeitig abgebrochen werden, in einem Fall wegen einer schwereren Infusionsreaktion, im anderen Fall wegen einer schweren bakteriellen Arthritis (bakteriellen Gelenkinfektion).
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