Einteilung der Psoriasis-Arthritis  
 
 

In einer für das Verständnis der Psoriasis-Arthropathie grundlegenden Arbeit von Moll und Wright wurde Anfang der 70er Jahre die Psoriasis-Arthritis in 5 Untergruppen eingeteilt (Tab. 2).

Danach kommt es bei der Mehrzahl der Patienten zu einem oligoartikulären Verlauf mit maximal 4 betroffenen Gelenken, bei einem Fünftel liegt eine symmetrische, an eine rheumatoide Arthritis erinnernde Polyarthritis mit einer Beteiligung von 5 und mehr Gelenken vor (griech. poly = viel).

In 5 -10% der Fälle sieht man die charakteristische Beteiligung an den Fingerendgelenken und Zehenendgelenken (DIP-Beteiligung = Beteiligung der distalen Inter-Phalangealgelenke = Gelenke zwischen den Phalangen = Fingergliedern).

Schwere, die Gelenke rasch zerstörende, "mutilierende" Formen finden sich bei etwa 5% der Betroffenen. Eine Wirbelsäulenbeteiligung wird mit 5 - 40% angegeben.

Tab. 2: Untergruppen der Psoriasis-Arthropathie (Moll und Wright 1973)

Asymmetrische Oligoarthritis

70%

Arthritis der DIP-Gelenke
(Finger- und Zehen-Endgelenke)

5-10%

Mutilierende Arthritis

5%

Symmetrische Polyarthritis

20%

Wirbelsäulenbeteiligung

5-40%

Diese Einteilung wird heute zwar immer noch häufig verwendet. Sie ist aber unter Experten inzwischen in mehrfacher Hinsicht umstritten. Ein wesentliches Argument ist zum einen, dass diese Einteilung neuere Erkenntnisse zur Einteilung rheumatischer Erkrankungen nicht berücksichtigt, insbesondere auch das mittlerweile enorm gewachsene Verständnis zu der Krankheitsgruppe der seronegativen Spondarthritiden.

Weiterhin waren seinerzeit die neueren Befunde zur Assoziation von einzelnen rheumatischen Krankheitsbildern und Untergruppen zum HLA-System noch nicht bekannt, außerdem die ganz aktuellen Erkenntnisse zu anderen Laborparametern wie den CCP-Antikörpern (Filaggrin-Antikörpern), die heute ganz neue Aspekte zur Klassifikation von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen beitragen.

Nicht zuletzt lassen sich viele Patienten mit einer Psoriasis-Arthritis nicht eindeutig einer der angeführten Gruppen zuordnen, da Überschneidungen bei den einzelnen angegebenen Manifestationsformen bestehen.

Ein wichtiger Gesichtspunkt ist außerdem die Beobachtung, dass die Manifestationen einer Psoriasis-Arthritis im Verlauf nicht einheitlich sind, sondern stark innerhalb dieser Gruppen wechseln können.

So verbleiben viele Patienten nicht in der Gruppe, in der sie ursprünglich gestartet sind. Vielmehr beginnen nach den Zahlen aus einer aktuellen Übersichtsarbeit (Brockbank und Gladman 2002) zwar etwa 40% der Patienten oligoartikulär, die Mehrzahl entwickelt dann aber im weiteren Krankheitsverlauf ein polyartikuläres Muster.

10% der Patienten beginnen mit einem distalen Gelenkbefall. Nach 5 Jahren ist die Erkrankung aber nur noch bei 2% der Patienten auf diese Gelenke beschränkt.

Außerdem kommt es mit zunehmendem Krankheitsverlauf auch zu einer zunehmenden WS-Beteiligung.

 
Highlights!
Über 100 Seiten Informationen zu rheumatischen Erkrankungen und der TNF-alpha-Therapie

Plus:

Über 400 Antworten auf Fragen zur Therapie mit TNF-alpha-Blockern