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Wenn man versucht, die breite Palette von Symptomen und Befunden bei der Psoriasis-Arthritis und der Psoriasis-Spondarthritis in die Systematik der anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen einordnen, gelingt dies am besten, indem man diese beiden Krankheitsbilder auf einem kontinuierlichen Übergang zwischen der rheumatoiden Arthritis (chronischen Polyarthritis) auf dem einen Pol des Krankheitsspektrums und dem M. Bechterew (ankylosierenden Spondylitis) auf dem anderen Pol dieses Spektrums plaziert (Abb. 17-19).
Die periphere Form der Psoriasis-Arthritis zeigt dabei z.T. fließende Übergänge zur rheumatoiden Arthritis, die Psoriasis-Spondarthritis auf der anderen Seite zunehmende Überlappungen mit einem klassischen M. Bechterew.
Bei einem Teil der Patienten ist es derzeit nicht möglich, zu entscheiden, ob bei ihnen noch eine eigenständige Psoriasis-Arthritis oder Psoriasis-Spondarthritis vorliegt oder eine rheumatoide Arthritis bzw. ein M. Bechterew mit gleichzeitig bestehender Psoriasis an der Haut.
Glücklicherweise hat dies im Hinblick auf die Therapie in der Regel keine Konsequenzen, da die sich die Behandlungskonzepte in solchen Fällen bislang kaum unterscheiden. Mit den wachsenden Kenntnissen um die Entstehung dieser Erkrankungen und mit dem Einsatz ganz neuer Medikamente, die gezielt in ganz bestimmte Schlüsselmechanismen der Krankheitsentstehung und Krankheitsausbreitung eingreifen, wird eine exakte Klassifikation der entsprechenden Erkrankungen aber zukünftig vermutlich immer wichtiger.
 - Abb. 17: Die Psoriasis-Arthritis im Krankheitsspektrum zwischen der rheumatoiden Arthritis und dem M. Bechterew. Typische Gelenkbefallsmuster bei den einzelnen Krankheitsbildern mit kontinuierlichen, fließenden Übergängen bei der breiten symptomatischen Palette der Psoriasis-Arthritis zu den beiden Polen einer chronischen Polyarthritis und einer ankylosierenden Spondylitis.
 - Abb. 18: Die Psoriasis-Arthritis im Krankheitsspektrum zwischen der rheumatoiden Arthritis und dem M. Bechterew. Charakteristik der Röntgenbefunde an den peripheren Gelenken.
Differentialdiagnostische Schwierigkeiten bestehen bei der Psoriasis-Arthritis besonders bei Krankheitsbeginn in der Abgrenzung zu einer aktivierten Polyarthrose, bei Fingerendgelenksbeteiligung speziell zur Heberden-Arthrose (Abb. 20).
Hier ist es selbst für einen sehr erfahrenen und mit beiden Krankheitsbildern gut vertrauten Rheumatologen manchmal sehr schwierig, eine definitive Diagnose in die eine oder in die andere Richtung zu stellen, insbesondere, wenn die Laborbefunde unauffällig sind und anfangs noch keine charakteristischen Röntgenbefunde für die eine oder andere Erkrankung vorliegen.
Häufig wird vorschnell eine Psoriasis-Arthritis ausgeschlossen und erst im weiteren Verlauf mit Eintreten typischer Röntgenveränderungen im Nachhinein festgestellt, dass doch bereits schon länger eine solche Erkrankung vorgelegen hat. Manchmal führt das zu frühe definitive Festlegen auf eine Polyarthrose dann für einen langen Zeitraum dazu, dass zielgerichtete Behandlungen gegen die Arthritis nicht zum Einsatz kommen.
 - Abb. 19: Die Psoriasis-Arthritis im Krankheitsspektrum zwischen der rheumatoiden Arthritis und dem M. Bechterew. Typische Röntgenbefunde an der Wirbelsäule und im Bereich der Kreuz-Darmbein-Gelenke.
Sehr viele Ähnlichkeiten im klinischen Bild und bei den Röntgenbefunden bestehen des weiteren mit den infektreaktiven Arthritiden, d.h. der Gruppe von Erkrankungen, bei denen es in der Folge einer Infektion (z.B. Durchfallserkrankung, Infektion im Bereich der Geschlechtsorgane oder der Harnwege) zum Auftreten einer Arthritis, speziell vom Typ einer Spondarthritis kommen kann.
Die pseudoguttösen Attacken der Psoriasis-Arthritis müssen natürlich gegen eine tatsächliche Gicht abgegrenzt werden. Ist von einer solchen akuten, gichtartig aussehenden Arthritis-Attacke das Kniegelenk betroffen, kommt als Ursache mit der Chondrokalzinose-Arthritis auch eine andere durch Kristalle hervorgerufene Erkrankung in Frage.
 - Abb. 20: Fingerendgelenksbeteiligung bei Psoriasis-Arthritis. Auf den ersten Blick ist eine Verwechslung mit Heberden-Knoten bei einer Polyarthrose möglich
Die Differentialdiagnose einer Psoriasis-Spondarthritis umfasst das gesamte Spektrum aus der Krankheitsgruppe der seronegativen Spondarthritiden (Spondylarthropathien). Überlappungen bei den Symptomen und Befunden bestehen insbesondere zu den enteropathischen Arthritiden, insbesondere zur Gelenk- und Wirbelsäulenbeteiligung beim M. Crohn, einer entzündlichen Darmerkrankung, daneben zu der damit verwandten Colitis ulcerosa (Tab. 7).
Tab. 7: Differentialdiagnose von Psoriasis-Arthritis und Psoriasis-Spondarthritis
- rheumatoide Arthritis (RA) / chronische Polyarthritis (cP)
- M. Bechterew (ankylosierende Spondylitis, Sponylitis ankylosans (SpA)
- Enteropathische Arthritis bei M. Crohn oder Colitis ulcerosa
- Infektreaktive Arthritis / M. Reiter
- Fingergelenkspolyarthrose
- Gicht-Arthritis
- Chondrokalzinose-Arthritis
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