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Heute stehen zwei Prinzipien der TNF-alpha-Blockade zur Verfügung. Der lösliche TNF-Rezeptor Etanercept (Enbrel) entspricht in seinem Aufbau weitgehend dem ortsständigen TNF-alpha-Rezeptor auf der Zelle. Seine Affinität zu TNF-alpha, d.h. seine Anziehungskraft für TNF-alpha ist aber um ein Vielfaches höher als die der ortsständigen Rezeptoren. Dadurch bindet TNF-alpha eher am löslichen Rezeptor als am zellständigen Rezeptor und gelangt auf diese Weise nicht an seinen eigentlichen Zielort. In der Folge kommt es in der Zelle auch nicht zur Auslösung einer entzündlichen oder entzündungsverstärkenden Reaktion.
Ein anderes Wirkungsprinzip verfolgt der monoklonale TNF-Antikörper Infliximab (Remicade). Dieser Antikörper bindet ebenfalls an TNF-alpha, allerdings nicht wie ein Schloss, das genau auf den Schlüssel passt, sondern als ein Anhängsel am TNF-Molekül. Durch die Bindung des Antikörpers an TNF-alpha verändert sich die Form des Zytokins mit der Folge, dass es nicht mehr in den zellständigen Rezeptor passt. Entsprechend wird auch auf diese Weise die Auslösung oder Verstärkung der entzündlichen Reaktion gehemmt.
Infliximab ist wahrscheinlich auch in der Lage, an TNF zu binden, das bereits schon am zellständigen Rezeptor angedockt hat, und das Zytokin sogar wieder vom Rezeptor zu entfernen. Dieses unterschiedliche Wirkprinzip der beiden TNF-alpha-Blocker erklärt vermutlich ihre unterschiedliche Wirksamkeit, außerdem könnte darin auch der Grund für das unterschiedliche Nebenwirkungsprofil liegen.
Ein weiterer, vom Wirkprinzip mit Infliximab vergleichbarer monoklonaler TNF-Antikörper mit der Bezeichnung Adalimumab (D2E7) befindet sich nach Abschluß der ersten klinischen Prüfungsphase im Zulassungsstadium bei der europäischen Zulassungsbehörde und steht gegenwärtig für die Therapie noch nicht zur Verfügung.
Abb.: TNF-Blockade durch einen TNF-Antikörper am Beispiel von Infliximab.
 - Nach Freisetzung von TNF-alpha durch die Ausgangszelle (TNF-alpha-produzierende Zelle) trifft es auf seinem Weg zur Zielzelle auf den synthetisch hergestellten, spezifischen Antikörper.
 - Durch die Bindung des Antikörpers an TNF-alpha wird dieses so in seiner Konfiguration verändert, dass es nicht mehr in den TNF-Rezeptor auf der Zielzelle passt. Entsprechend kommt es nicht zur Signalauslösung.
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